Es grenzt ja schon an Satire möchte man meinen, jedoch ist folgender Bericht der ganz normale Wahnsinn in der EU.
Edmund Stoiber kämpft in Brüssel für Bürokratieabbau und damit gegen die EU-Bürokratie. Das scheint nicht allen zu gefallen. Der Zentralverband des deutschen Bäckerhandwerks wäre deshalb beinahe bei dem Versuch gescheitert, den Kämpfer gegen Paragrafen und Verordnungen für sich zu gewinnen – und zwar an der Bürokratie.
An der Bürokratie zu scheitern, ist ja an sich nichts ungewöhnliches, aber in diesem Fall stellt sich die Frage: Wie blöde muss man sein?
Im Frühjahr schrieb Eberhard Groebel , der Generalsekretär des Bäckerverbandes, an Stoiber , erbat dessen Unterstützung beim Kampf gegen die Verpackungsverordnung. Adressiert war der Brief an „Herrn Dr. Edmund Stoiber in der Generaldirektion für Wirtschaft und Industrie bei der Europäischen Kommission“ in Brüssel.
Nun braucht nicht jeder belgische Briefträger zu wissen, wer der ehemalige bayerische Ministerpräsident ist. Aber die EU-Kommission müsste ihn schon kennen. Dort aber behauptete man, Stoiber sei „inconnu“, also unbekannt. So kam der Brief zurück nach Berlin.
Der Edmund Stoiber ist also in Brüssel nicht bekannt. Man mag von seiner Arbeit halten was man will, aber nicht bekannt, geht schon mal gar nicht.
Ein ordentlicher Verbandsfunktionär lässt sich von so etwas nicht erschüttern. Also wurde der Brief ein zweites Mal aufgegeben, dieses Mal direkt an das Büro von Kommissions-Präsident José Manuel Barroso . Die Bürokraten im Barroso-Büro wollten von Stoiber offenbar auch nichts wissen. Ergebnis: Der Brief kam abermals als unzustellbar zurück.
Was das wieder an Porto kostet. So, jetzt kommt der Hammer.
Also unternahmen die Bäcker einen dritten Anlauf: Sie schickten den Brief an die bayerische Staatskanzlei. Die Beckstein -Mannschaft leitete das Gesuch endlich an den Vorgänger weiter – an Stoibers neues Büro in der Wagmüllerstraße im Münchener Lehel.
Der Anti-Bürokratie-Kämpfer Stoiber nimmt den langen Weg des Briefes mit Humor: als Beleg für die Irrungen und Wirrungen der Brüsseler Demokratie. Und lobt die Hartnäckigkeit der Briefschreiber. Zugleich macht Stoiber den Bäckern Hoffnung: Ihre Vorschläge würden in Brüssel bereits bearbeitet.
Fazit: Wenn du was vom Stoiber willst, sag es dem Beckstein, der gibt das weiter an Barroso und der gibt es weiter an den Stoiber. Herrlich diese EU. Herrlich dämlich.
mfG. politikpest
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